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Hohe Spritpreise?

So tanken Sie in der Region so günstig wie möglich

Text und Datenrecherche: Moritz Kircher / Digitales Storytelling: Franziska Schäfer



Die Preise an den Tankstellen in der Region liegen jenseits der Marke von zwei Euro. Doch unsere Daten zeigen: Pro Tankfüllung geht es auch einige Euro günstiger. Man sollte zur richtigen Zeit am richtigen Ort bei der richtigen Marke tanken. Ein Wegweiser durch den Preis-Dschungel an den Tankstellen.

Info: die FT-Datenrecherche

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen. Was bringt das für Autofahrer? Um uns einer Antwort auf diese Frage anzunähern, protokollieren wir seit Anfang April halbstündlich die Preise für Super, E10 und Diesel an 84 Tankstellen im Raum Bamberg / Forchheim. Mehr als 170.000 Datenpunkte haben wir so bis zum 20. April gesammelt, die wir hier exklusiv für Sie ausgewerten haben.

Der erste Hebel: Tanken zur richtigen Zeit

Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag um 12 Uhr anheben. Das tun sie auch kräftig. Unsere Daten zeigen: Wer zwischen 12 und 16 Uhr tankt, zahlt deutlich mehr. Das günstigste Tankfenster liegt zwischen 10 und 11.59 Uhr.

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"Das Fenster vor 12 Uhr ist aktuell noch vergleichsweise nachfrageschwach, was den Disziplinierungseffekt der Regel schwächt", sagt der Ökonom Tomaso Duso im exklusiven FT-Interview. Der niedrigste Preis liege aber jetzt vorhersehbar und stabil am Vormittag. "Wenn Pendlerinnen und Pendler ihr Verhalten anpassen, wäre ein echter positiver Effekt erreicht."

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Die Daten zeigen, dass die meisten Tankstellenmarken die Preise für alle drei Kraftstoffsorten (Super, E10, Diesel) um 12 Uhr deutlich, aber auch unterschiedlich stark erhöhen. Der größte Preisrückgang findet dann zwischen 12 und 16 Uhr statt. Danach sinken die Preise moderat weiter, bis am nächsten Tag die Preise wieder erhöht werden dürfen. Die günstigste Tageszeit zum Tanken liegt flächendeckend zwischen 10 und 11.59 Uhr.

Aber sind die Unterschiede wirklich so groß? Ja, zeigt unsere Analyse des höchsten und niedrigsten Tagespreises in der Region nach Kraftstoffsorte bei allen Tankstellen in der Berechnung. Preisabstände von 20 Cent und mehr sind keine Seltenheit. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern kommt damit leicht ein Preisunterschied von 10 Euro und mehr zusammen.

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Der zweite Hebel: Tanken am richtigen Ort

Wer nicht ganz dringend tanken muss und eine längere Strecke in der Region fährt, sollte Preise vergleichen und einen günstigen Tankstopp auf dem Weg einplanen. Aber auch Tankstellen in unmittelbarer Nachbarschaft haben nicht immer ähnliche Preise. Unterschiede von 5 Cent und mehr sind auf kurzen Distanzen an der Tagesordnung. Wer die Tankstelle mit Bedacht wählt, kann bei einer Tankfüllung von 50 Litern gut und gerne 2,50 bis 10 Euro sparen.

Vergleichen Sie in unseren Karten für Bamberg und Umgebung die aktuellen Tankstellenpreise für Super, E10 und Diesel. Je heller der Punkt auf der Karte, desto günstiger der Preis.



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Zur gleichen Tageszeit können die Preise an unterschiedlichen Tankstellen gerne mal 15 bis 20 Cent auseinanderliegen. In der Spitze sind es beim Diesel mehr als 30 Cent Preisunterschied in einem Umkreis von 25 Kilometern.

Wer zwischen 12 und 14 Uhr tanken muss, aber noch ein paar Liter im Tank hat, sollte Preise vergleichen. Denn kurz nach der täglichen Preiserhöhung sind die Preisunterschiede am größten, weil manche Tankstellenmarken und -betreiber stark erhöhen, andere weniger. Bei Super und E10 kann es bis zu 25 Cent Preisunterschied geben. Beim Diesel betrug die Differenz auch schon bis zu 36 Cent - pro Liter! Tankstellen an Autobahnraststätten nicht eingerechnet.



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Der dritte Hebel: Tanken bei der richtigen Marke

Es gibt im Schnitt deutliche Preisunterschiede bei den Marken. Hier lassen sich auch auf kurzen Strecken zur Tankstelle oft einige Cent pro Liter sparen, wenn eine günstige Marke in der Nähe ist. Über alle drei Kraftstoffsorten (Super, E10, Diesel) hinweg zeigt sich im Langzeitvergleich eines ganz klar: Aral ist der Preisführer. Der Konzern liegt mit seinen Preisen in der Regel 2 bis 3 Cent über dem Schnitt. Marken wir Orlen und Jet liegen bis zu 4 Cent darunter. Aber auch hier ist es ratsam, auf das Verhalten der Marken zum Zeitpunkt der Preiserhöhung um 12 Uhr zu achten (s. Grafik oben).

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"Auf Basis einer Untersuchung des Bundeskartellamts war Aral traditionell der Preisführer im deutschen Markt", sagt Professor Tomaso Duso. "Nicht weil Aral aktiv die Preise treibt, sondern weil sich die anderen an Arals Preisen orientieren." Die Daten zeigen auch, dass man bei Esso im Zeitfenster kurz nach der Preiserhöhung um 12 Uhr mit am teuersten tankt. "Dass Esso unter der neuen Regelung die stärksten Mittagssprünge zeigt, ist interessant und deutet darauf hin, dass dieser Anbieter das neue Regime besonders aggressiv nutzt", ordnet der Ökonom Duso im FT-Interview ein.

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Keine Statements der Mineralölindustrie

Wir hätten natürlich auch gerne mit Vertretern der Mineralölindustrie über deren Preisgestaltung gesprochen. Esso teilte uns mit, dass man grundsätzlich keine Auskünfte zur Preispolitik des Unternehmens gebe. Anfragen an Aral und den Zentralverband des Tankstellengewerbes blieben gänzlich unbeantwortet.

Was sind Ihre Erfahrungen an der Zapfsäule? Schreiben Sie uns an redaktion@fraenkischertag.de.



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